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ſie ihn rufen laſſen. Aber dieſe Liebe, welche in ganz ei⸗ gener Weiſe erſt beim Daſein ihres Gegenſtandes elektri⸗ ſirt, Funken ſprühet, dieſe wahrhafte Feuerliebe, in welche ſich zwei ſchwärmeriſche Seelen mit Entzücken ſtürzen, tränken und berauſchen, hat auch einen feinen unglaubli⸗ chen Inſtinkt. Valerie hatte vorgeſtern und geſtern An⸗ dre nicht erwartet, heute erwartete ſie ihn beſtimmt, ohne dafür mehr Anhalt zu haben, denn Tags zuvor. Und davon träumte ſie. In das ſchwellende Sopha gedrückt, ſpielten ihre Gedanken mit ihm, und ſie ſprach mit ihm ſchon jetzt, wie ſie es bald in Wirklichkeit zu thun hoffte, beantwortete ſich in ſeinem Geiſte ihre Frage, ganz ſo wie ſie wähnte, dieſe kindlich⸗reine Natur, daß André antworten würde.
Die Portisren rauſchten jetzt auf und eine eintretende ältliche Dienerin meldete die Ankunft des Herrn von Chenier.,
Der Name riß Valerie aus ihrer Träumerei. Mit glänzenden Blicken, freudeſtrahlend und voll befriedigter Sehnſucht ſprang ſie auf und ließ um den Eintritt des Geliebten bitten. In leidenſchaftlicher Erregung ging ſie der Thür zu, im nächſten Augenblick umſchlangen ihre weißen ſchlanken Arme den Nacken des eingetretenen André.
„O mein Theurer!“ rief ſie aus und ihre ſeligen Blicke hingen an dem maͤnnlichen, mit Zufriedenheit über⸗


