Teil eines Werkes 
1. Theil (1861)
Entstehung
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Valeriens; auch er trug ein übervolles Herz in der Bruſt, das danach brannte, mit einem ihm verwandten blind in die Himmel der Liebe zu ſtürmen. Er war Dichter und einer, deſſen Feuer und wundervolle Sprache an die Poe⸗ ſien der Alten mahnte, deren Gebilde er in der That auch mit urſprünglicher Genialität nachzuahmen wußte. Er war in Allem, in Weſen, Geſinnung, Sein und Denken, ſo ganz dem Ideal Valeriens entſprechend, daß die Annä⸗ herung Beider überraſchend ſchnell ſtattfand, beſonders da die durch die Revolution und deren tagtägliche Ereigniſſe zerbrochenen geſellſchaftlichen Formen und Schranken, und der leidenſchaftliche, über alle Hinderniſſe ſich hinweg⸗ ſetzende Charakter Beider, bald finden ließ, was ſie ſuch⸗ ten. Seit ein paar Monaten war denn in den wenigen noch geöffneten ariſtokratiſchen Salons von Paris André Chénier bereits als der Geliebte der Marquiſe Valerie angeſehen und derApoll von Byzanz, wie man ihn wohl wegen ſeiner zu Conſtantinopel erfolgten Geburt, ſeiner griechiſchen Poeſten und Schwärmerei nannte, war viel in ſehr beliebt, als daß man ihm ſein Glück mißgönnt ätte. Drei Tage hatte die junge Witwe den Geliebten nicht geſehen, und gerade während dieſer drei Tage wa⸗ ren ihr Gedanken gekommen, die gegen Chenier auszu⸗ ſprechen ihr dringendes Bedürfniß war. Noch dieſen Abend wollte ſie warten; käme er dann nicht, ſo müßte 1861. 14. Apoll von Bhzanz. I. 2