als daß ich einen Bruder darüber zur Rechenſchaft ziehe. Leb' wohl!“
Andre drehte ſich gegen die Thür, ſichtlich voller Reue über ſeine Heftigkeit. Ehe er noch ein Wort erwidern konnte, ſchlug ſchon die Thür ins Schloß und man hörte Joſeph polternd die Treppe hinabſteigen.
„Er thut mir leid!“ ſagte André vor ſich hin;„ich hab' ihm weh gethan und er iſt doch ein braver Menſch!“
Nachdenklich ging er wieder auf und ab, die Beute einer inneren Erregung. Er trat ans Fenſter und ſchaute hinaus in den vor ihm liegenden kahlen Park, auf das am Ende desſelben liegende Hotel. Der Regen ſchlug gegen die Scheiben und ſchon neigte ſich der Tag. André ſtand lange dort; dann ging er wieder mehrere Male durchs Zimmer— es war augenſcheinlich, daß er mit ſich ſelbſt uneins war.
„Bah!“ rief er endlich aus;„ein Jeder ſucht den Kampf mit dem Leben nach ſeiner Weiſe durchzuführen; nur der Todte hat ſchließlich Recht. Der Todte! Ja, warum lebt man?“ fuhr er nach einer Pauſe in ſeinem Selbſtgeſpräch fort;„um zu verlieren.“ Poeſie und Liebe — alles Andere iſt Rauſch, und ich bin Dichter und ich liebe! Ha, Valerie! Komm, Du Göttin meines Herzens, Ideal meines Lebens, daß ich in Deinem Zauberbann ver⸗ geſſe, wie grundjämmerlich dies Daſein iſt.”
Er ging an ſeinen Tiſch, ſuchte haſtig unter der


