Teil eines Werkes 
1. Theil (1861)
Entstehung
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Der ſo warnend Angerufene hatte ſeine Aufregung ſchon wieder beherrſcht, ohne daß ſie jedoch in ihm erſtor⸗ ben war. Das Zucken um ſeine Lippen bewies, wie ſchwer ſeine Dichtereitelkeit verletzt worden, wie heftig es in ſeiner Bruſt tobte. Anſcheinend ruhig, aber mit einem lauern⸗ den Blick auf ſeinen Bruder, warf er die Frage auf:

Ah, Du ſpielſt auf meinen Vers imGracchus an: des lois et non du sang!

So iſt's und auf die Entgegnung, welche er aus dem Parterre erhielt. Du wirſt recht gut behalten haben, daß nach dieſem Vers ſich zornig ein Volksrepräſentant erhob und drohend ins Publikum ſchrie: Nein, Blut und nicht Geſetze! Und daß ſich in Folge deſſen die Meiſten voller Schrecken aus dem Theater entfernten. Da haſt Du's, Du dichteſt, und das macht Dir Ehre, für Geſetze gegen Blut, und einer von den jacobiniſchen Deputirten dekretirt Blut anſtatt der Geſetze. Wie lang wird's dauern, daß dies Wahrheit iſt und Du glaubſt nicht daran?

Joſeph Chenier ſchwieg einen Augenblick. Dann nahm er mit einer dumpfen Ruhe das Wort, während ſein Bruder wieder ſeinen Marſch im Zimmer fortſetzte.

Wir ſind Brüder, André, und bei Gott! einen treueren wie ich haſt Du nicht. Ich liebte Dich ſeit Kind⸗ heit auf am meiſten, mehr wie Conſtant, mehr wie Sau⸗ veur. Wir ſpielten zuſammen in Careaſſonne, als wir dort unſere Erziehung erhielten, wir ließen miteinander uns