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„Du haſt Trauerſpiele gemacht, Tyrannen geſchil⸗ dert, ihr Verderben gefeiert. Dein„Karl IX.“ hatte ra⸗ ſenden Erfolg, er machte Dich berühmt, zum Dichter der Revolution und zum Bundesgenoſſen Deiner jetzigen Freunde, der Briſſot, Marat, Legendre, Robespierre und wie ſie noch heißen. Nun, mein Gott, Du biſt dankbar dafür, Du machſt ihre Gelage und Verſchwörungen mit und ſie feiern Dich dafür wieder bei der Aufführung eines Deiner neuen Stücke, wie ſie Dich wegen„Karl IX.“, wegen„Heinrich VIII.“, wegen„Jean Culas“ und erſt vor ein paar Wochen wegen„Cajus Gracchus“ gefeiert haben, obwohl gerade hierbei—
„Genug, genug der Schändlichkeit!“ unterbrach ihn hier Joſeph mit zornglühendem Blick.
„Noch einen Moment,“ fiel André haſtig ein und er⸗ griff ſeinen Arm.“„Ich bin bei der Pointe. Hör' einmal zu! Obwohl, ſage ich, gerade bei der Aufführung von „Cajus Graechus“ Dir klar geworden ſein müßte, daß Deine Popularität im Sinken iſt, daß die Ereigniſſe Dich längſt uͤberholt, Dein alter Standpunkt längſt überwun⸗ den und Du nicht mehr wie ſonſt, die öffentliche Meinung mit Deinen Tragödien leiteſt, ſondern ihr ſchon entgegen⸗ trittſt. Solche Leute, wenn ſie nicht immer die Fahne dem Pöbel vorantragen, kann man in Revolutionen nicht ge⸗ brauchen; man dankt ſie ab, wenn nicht mehr. Man wird Dich auch abdanken, Joſeph Chenier!“


