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Der Schiffscapitain : eine Erzählung für Jung und Alt / von Ferdinand Schmidt
Entstehung
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den mir die Augen naß. Die Karte, die wir angefertigt hatten, zeigte ſich als ziemlich richtig. Nach zwanzig Tagen, in denen uns der Wind glücklicherweiſe ſtets günſtig geweſen war, erreichten wir Sidney. Es war auch die höchſte Zeit, daß wir Land fanden, denn ſeit fünf Tagen hatten wir uns ſchon mit halben Portionen begnügen müſſen, da der Vor⸗ rath an Proviant bereits ſehr gering geworden war. In Sidney hatte Brown einen Verwandten, bei dem wir zwei Wochen blieben. Nun begaben wir uns auf ein Schiff, das nach England ging. Wohlbehalten kam ich dort an. Ich reiſte ſogleich zu den Meinigen, die mich ſchon als todt beweint hatten. Welch ein Wiederſehen war das! Alsbald ſandte ich Ihnen nun das Tagebuch Ihres Vetters, der Landesregierung aber übereichte ich eine Denkſchrift, in der....

Ich unterbrach ihn und theilte ihm mit, daß ich das Nähere bereits in dem Tagebuche geleſen habe. Gut, fuhr er fort, ſo wiſſen Sie alſo das Nöthige. Nun, es wird Sie intereſſiren, zu vernehmen, daß geſtern im Geſammt⸗Mini⸗ ſterium beſchloſſen worden iſt, auf die Vorſtellung jener Ge⸗ meinde einzugehen. Der Miniſter des Aeußern theilte mir dies heut mündlich mit. Ich füge ſogleich noch Eins bei, was Sie erfreuen wird. Der Rheder hat großmüthig auf alle Entſchädigung für die Gegenſtände, die ich der Gemeinde überließ, verzichtet.

Ich hielt den Capitain ſo lange als möglich feſt. Seit jenem Abende ſah ich ihn noch öfter. Jetzt hat er bereits wieder eine Seereiſe angetreten. Der Umgang mit dieſem ſtarkmüthigen, gottesfürchtigen Manne erhob und ſtärkte mich.