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Der Schiffscapitain : eine Erzählung für Jung und Alt / von Ferdinand Schmidt
Entstehung
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Ich ſchließe hiermit mein Tagebuch, um es Dir, meinem lieben Vetter in B., durch den Capitain zu ſenden. Tauſend Grüße! Alles Andere wird Dir der Capitain ſagen.

25. Schluß.

So weit reichte das Tagebuch, das ich ohne irgend eine Zuſchrift durch die Poſt erhielt. Es vergingen wohl drei Wochen, da klopfte es eines Tages an meine Thür, und her⸗ ein trat ein ſtattlicher Herr in der Uniform eines Seecapi⸗ tains. Er war ein Mann, ſtark und feſt gebaut, mit ge⸗ ¹ bräunten Wangen und hellen Augen. Daß ich es mit dem Seemanne zu thun hatte, der in dem Tagebuche meines Vet⸗ ters eine ſo bedeutende Rolle ſpielt, ahnte ich auf den erſten Anblick und täuſchte mich darin auch nicht. Manche Frage lag mir auf dem Herzen, doch ich gedachte der ſchönen Sitte der homeriſchen Zeiten, dem Gaſte zunächſt Erquickung durch Speiſe, Trank und Ruhe zu gönnen. Ich bat ihn, Platz zu nehmen, und ließ ihm Erfriſchungen vorſetzen. Bald waren wir im ſchönſten Plaudern und ich erfuhr nun Dasjenige, was ich zu wiſſen wünſchte. Meine Sehnſucht nach der Heimath, nach Weib und Kind, ſagte der Capitain, war ſo groß, daß ich mich auf dem kleinen Boot in die weite See hinein wagte. Der Englän⸗ der Brown machte die Fahrt mit. Von dem Abſchied am Strande mag ich nicht ſprechen; ſo oft ich daran denke, wer⸗