Druckschrift 
Der Schiffscapitain : eine Erzählung für Jung und Alt / von Ferdinand Schmidt
Entstehung
Einzelbild herunterladen

120 damit Altar, Kanzel und Thüren. Bald darauf rief der Glockenklang die Gemeinde in's Gotteshaus. Andächtig kamen Männer, Frauen und Kinder herbei und ſetzten ſich auf die einfachen Bänke nieder. Wie lieb war Allen dieſe Stätte! Hatte doch ein Jeder beim Bau oder bei der Aus⸗ ſchmückung derſelben mit Hand angelegt! Nachdem ein Lied geſungen worden war, trat unſer würdiger Prediger auf die Kanzel, las das Evangelium von der Auferſtehung, erklärte es und machte ſeine erbaulichen Anwendungen. Unter An⸗ derem kam er auf einen Punkt zu ſprechen, der gerade für uns von beſonderer Wichtigkeit war. Jahrtauſende hindurch, ſagte er, rangen die Menſchen nach Glück. Sie fanden es nicht. Da erſchien der Heiland der Welt, der durch Lehre und Leben zeigte, wie es einzig und allein zu erlangen ſei. Bedenke, o Menſch: die Selbſtſucht iſt Deines eigenen Glückes Feind, wie auch der Feind des Glückes Deiner Ne⸗ benmenſchen. Dieſer Schlange zertrat der Heiland das Haupt. Nun iſt in der Nachfolge Jeſu dem Einzelnen und der Menſchheit der Weg zur Glückſeligkeit eröffnet. In dem Grade du die Selbſtſucht beſiegſt, in dem Grade wirſt du glücklich werden; in dem Grade in der menſchlichen Geſell⸗ ſchaft die Zahl Derer zunimmt, die, abgewendet von der Selbſtſucht, für das Wohl ihrer Mitbrüder leben, in dem Grade wird das Glück auf Erden zunehmen. Wer vermag es zu ſchildern, wie herrlich ſich einſt die Zuſtände auf Erden geſtalten werden! Die Zahl der Leiden, die die eigenen Sünden hervorbringen, wird abnehmen.Freuet euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Weinenden. Dies Wort wird für Alle Geltung haben, ja, wer nur eine Ahnung

8