weinend die Schweſter. Um Gottes willen, Kinder, rief ich, wir dürfen keine Zeit verſäumen, wenn wir uns retten wollen! Faßt den Kahn an, hier, und nun ſtoßt aus allen Euren Kräften! Wir ſtrengten uns mit aller Macht an, und es gelang uns, den Kahn flott zu machen. Die Kinder ſtie⸗ gen ein, zuletzt ſtieg ich ein und ergriff ein Ruder. Adolph und Gertrud ſaßen an der Spitze des Kahns und hielten ſich umſchlungen. Adolph hielt die Hände gefaltet, ſah aber manchmal ſtarr umher, als fürchtete er immer noch, in der Gewalt der Wilden zu ſein; Gertrud's Augen, die nur auf den Bruder geheftet waren, ſchwammen in Freudenthänen. Anfangs deckten die tiefer ſtehenden Bäume jene Bergſpitze, auf der wir die Wilden geſehen hatten. Jetzt trat der Co⸗ cos⸗Palmbaum hervor, jetzt auch die Bergſpitze, aber weder auf dem Baume, noch auf dem Berge bemerkte ich die Wil⸗ den. Ich vermuthete demnach, ſie hätten ihren Zweck, ſich in den Beſitz einiger Cocosnüſſe zu ſetzen, erreicht und ſeien nun auf dem Wege nach dem Strande. Meine Frage an Adolph, ob wir es nur mit zwei Wilden zu thun hätten, bejahete er. Nun war meine Sorge wegen eines Kampfes ſchon um Vieles geringer. Dennoch geboten mir Klugheit und Pflicht, ihn wo möglich zu meiden. Ich hatte mir an⸗ fangs vorgenommen, auf dem Kahne bis zu unſerer Colonie zu fahren. Die Wegführung des Kahnes ſchien mir das ſicherſte Mittel zu ſein, mir die Feinde vom Leibe zu halten. Aber ich mußte mir bald ſagen, ſie würden die verzweifelt⸗ ſten Anſtrengungen machen, wieder in den Beſitz des Kah⸗ nes zu gelangen. Jedenfalls, ſagte ich mir, ſind ſie geſchickte Schwimmer und vermögen, den Kahn, wenn ſie deſſen Weg⸗
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Der Schiffscapitain : eine Erzählung für Jung und Alt / von Ferdinand Schmidt
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