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gebunden im Kahne lag. Daß er nicht ſchrie, kam mir ver⸗ dächtig vor. Sollte er getödtet worden ſein? Warum aber würde man ihn dann gefeſſelt haben? Offenbar, ſagte ich mir, iſt ihm der Mund verſtopft worden. Indem ich noch einmal aufmerkſam umher ſah, fielen meine Blicke von ungefähr auf einen einſam ſtehenden Cocos-Palmbaum, der den Scheitel eines nahen Berges ſchmückte. Da bemerkte ich in ſchwindelnder Höhe des Stammes eine dunkle Figur, und auch am Fuße deſſelben eine gleiche Figur. Nun war mein Entſchluß gefaßt. Jetzt komm, Gertrud, jetzt erlöſen wir Deinen Bruder! rief ich, ergriff das Mädchen bei der Hand und riß ſie mit hinweg. Hatten wir es mit den beiden, eben geſehenen Wilden allein zu thun, ſo war mir nicht bange, in den Beſitz des Kahnes zu gelangen. Sollten zu dem Kahne noch andere Wilde gehören, ſo konnten es eben nur wenige ſein, und ich hoffte bei einem etwaigen Angriff der Letzteren den Kampf ſiegreich beſtanden zu haben, ehe es Jenen möglich gewefen ſein würde, herbei zu kommen. Wir hatten jetzt den bewaldeten Theil des Berges hinter uns, ohne einen neuen Feind erblickt zu haben. Jetzt befanden wir uns am Nachen, der zum größern Theile auf den Strand gezogen worden war. Ich verſuchte ihn in's Waſſer zu ſchieben. Vergebens! Nun ſprang ich hinein, zerſchnitt die Baſt⸗ ſtricke, mit denen Adolph gefeſſelt worden war, befreite ſei⸗ nen Mund von der Wulſt lederartiger Blätter, die man hin⸗ ein geſteckt hatte, und riß ihn weinenden Auges an meine Bruſt, indem ich ihm zurief: Gott hilft uns, mein Sohn! Nun aber laß uns unſere Schuldigkeit thun! Er war wie betäubt, trat aus dem Kahn, und ſogleich unſchlang ihn
Der Schiffscapitain.


