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Der Schiffscapitain : eine Erzählung für Jung und Alt / von Ferdinand Schmidt
Entstehung
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Augenblicke wie verſteint ſaßen. Der erſte Laut, der ertönte, kam von den Lippen der Schweſter Adolph's. Mein Bru⸗ der, mein Bruder! rief ſie in herzzerſchneidenden Tönen. Dieſer Ausruf löſte auch das ſtarre Entſetzen in den Andern. Wie ich, ſprangen ſie auf, bebend am ganzen Leibe. Bald blickten ſie ſcheu umher, als ob hinter jedem Baume ein Wil⸗ der hervorſpringen werde, bald ſchaueten ſie auf mich, Hülfe, Rettung heiſchend. Dies brachte mich zur Beſinnung, ſo daß ich wenigſtens im Stande war, zu überlegen, was zu thun ſei. Ich griff zu den Waffen und führte die Kinder ſchnell den Berg hinauf. Hier bezeichnete ich ihnen genau die Richtung nach der Heimath, gab dem älteſten Knaben die Karte und ſagte: Begebt Euch nun in Gottes Namen auf den Heimweg; ich aber will und muß ſehen, was aus Adolph geworden iſt. Die Kinder klammerten ſich an mich, namentlich die Mädchen; zähneklappernd baten ſie mich, ſie nicht zu verlaſſen. Ich ſagte ihnen: Um des armen Adolph willen, geliebte Kinder, bitte ich Euch, gehet allein nach Hauſe! Iſt Gefahr vorhanden, ſo iſt ſie nicht auf dieſer Seite, ſondern jenſeits der Bucht. Flehet zum himmliſchen Vater, und er wird Euer Beiſtand ſein! Mich an den älte⸗ ſten Knaben wendend, dem ich die Karte übergeben hatte, ſagte ich: Otto, ſei tapfern Herzens und führe Dieſe glück⸗ lich zurück, damit ich meine Pflicht gegen den armen Adolph erfüllen kann! Nun in Gottes Namen vorwärts, geliebte Kinder!

Dies Alles war, wie man ſich denken kann, ſchnell ge⸗ ſprochen worden. Otto eilte voran, und die bleiche, zit⸗ ternde Schaar folgte ihm.