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Der Schiffscapitain : eine Erzählung für Jung und Alt / von Ferdinand Schmidt
Entstehung
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91 biſt, doch genügt ſie für uns. Jetzt führe ich Dich zu unſerm kleinen Salzſee. Ehe wir ihn erreichen, wird Dir ein trau⸗ riger Anblick zu Theil werden. Siehe, dies dunkle Haus. Es iſt ein Gefängniß. Den Unverbeſſerlichen, die ſchon zwei Mal Mordanſchläge auf den Capitain und den Prediger ausgeführt haben, dient es als Wohnort. Siehe, zur Rech⸗ ten des Sees iſt ein großes Baſſin gegraben worden. In dieſes Baſſin wird vermittelſt zweier Pumpen Salzwaſſer gepumpt. Es verdunſtet bald und läßt die Salztheile am Boden zurück. Nun wird das Baſſin auf's Neue gefüllt. Iſt das im Verlaufe von zwei, drei Tagen etwa ein Dutzend Mal geſchehen, ſo hat ſich auf dem Boden des Baſſins eine ſtarke Salzkruſte geſetzt. Vermittelſt ſcharfer Inſtrumente werden nun die oberen Lagen des Salzes vorſichtig abge⸗ hoben. Die unmittelbar aus dem See genommene Salz⸗ kruſte iſt unrein und daher nicht zu gebrauchen. Alle 12 bis 15 Tage müſſen 5 Mitglieder unſrer Gemeinde auf 2 bis 3 Tage die bezeichnete Arbeit verrichten.

Du willſt ſchon hinweg? Nein, lieber Vetter, noch halte ich Dich feſt. Es iſt Sonntag Nachmittag, und da dürfen wir noch ein wenig umher gehen. Siehe, dort unter den Bäumen verſammelt ſich die liebe Jugend zum Spiel. Komm, laß uns Theil daran nehmen! Wie gern ſingen ſie heimiſche Lieder! Wie geht ihre Sehnſucht weit, weit über's Meer bis nach dem Ort, wo ihre Wiege ſtand. Vetter, es iſt doch ein eignes Ding um die Heimath. Wüßte ich, daß ich ſie unter keinen Umſtänden wiederſehen ſollte, ich glaube, ich könnte ſterben vor Weh. Was mag es ſein, das unſre Sehnſucht ſo an das Stückchen Erde feſſelt, auf dem