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Der Schiffscapitain : eine Erzählung für Jung und Alt / von Ferdinand Schmidt
Entstehung
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5. Ein Blick nach den Sternen.

Mehrere Wochen ſind vergangen und Manches für mich äußerſt Wichtige iſt geſchehen, ſeit ich meinem Tagebuche nichts mehr mittheilte.

Am 26. Mai erblickten wir das Cap Frio und legten uns in der Hoffnung nieder, am folgenden Tage in den Ha⸗ fen von Rio vor Anker gehen zu können. Unſre Hoffnung erfüllte ſich. Wir fuhren am nächſten Nachmittage durch eine von hohen Felſenufern begrenzte See⸗Enge. Dies iſt der Eingang des Hafens. Längs deſſelben erheben ſich kleine Feſtungswerke und Batterien. Nun kamen wir in ein Waſſerbecken, aus dem unzählige Maſten in die Höhe ſtarrten. In einem weiten Bogen ſieht das Auge maleriſche Berge; terraſſenförmig erheben ſie ſich, bedeckt von Kirchen und Klöſtern, Feſtungswerken und ländlichen Wohnungen. Lieb⸗ liche Thäler voll Pomeranzenhaine ſchaut man dazwiſchen. Unſer Schiff durchſchnitt dieſe reizende Bay und wir er⸗ blickten endlich Braſiliens Hauptſtadt San Sebaſtian de Rio Janeiro. Am nächſten Tage hoffte ich ans Land gehen zu können und ſchlief in dieſem frohen Gedanken ein. Doch in der Nacht erkrankte ich ſchwer, und am Morgen lag ich im Fieber. Als ich wieder zu mir kam, erfuhr ich, daß wir ſechs Tage im Hafen geblieben waren und uns bereits ſeit drei Tagen wieder auf dem Meere befanden. Dem wackeren Alexis habe ich nächſt Gott die Erhaltung des Lebens zu danken. Da ſich kein Arzt am Bord des Schiffes befand,