22 Manöver er vornahm, um ſich zu befreien. Als die Hef⸗ tigkeit der Bewegungen etwas nachließ, ward das Tau von vielen Händen ergriffen und man zog den Hai ſo hoch, daß man den Kopf ſehen konnte. Aufs Neue begann er zu wir⸗ beln und hin und her zu ſchießen. Vergebens! Die An⸗ ſtrengungen, die er machte, um ſich zu befreien, trieben ihm den Haken nur um ſo tiefer in den Schlund hinein. Von ſeinem Blute röthete ſich das Meer. Endlich ſagte der Koch: Er hat ſich jetzt genug ausgetobt, nun vorwärts, angezogen! Mehr als zwanzig Hände ergriffen das Tau. Unter dem frohen Zurufe der Matroſen: Oho— ohio— ho! ward des„Meeres Hyäne“ emporgewunden. Jetzt ſchwebte er frei über dem Waſſer und peitſchte die Luft in grimmiger Wuth mit ſeinem Schwanze. Um denſelben ward ihm eine Schlinge gelegt. Der Koch gab ein neues Zeichen, und im Schwunge ward der ungeheure, dreizehn Fuß lange Fiſch auf das Verdeck gebracht. Den Paſſagieren war die nöthige Vorſicht empfohlen worden. Doch würde ſich auch ohnedies Niemand dem Ungethüm nahe gewagt haben. Welch entſetzliches Auge! War es mir doch, als leuchteten Bos⸗ heit und Mordgier aus demſelben unverkennbar hervor. Die Matroſen hieben dem Hai den Schwanz ab. Aber auch jetzt noch ſchien es Manchem gefährlich, ihm näher zu treten. Eine Anzahl gewaltiger Schläge auf den Kopf tödtete ihn endlich. Das Fleiſch wurde am nächſten Tage zubereitet, doch wollte es nicht Allen behagen.
Druckschrift
Der Schiffscapitain : eine Erzählung für Jung und Alt / von Ferdinand Schmidt
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


