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Der Schiffscapitain : eine Erzählung für Jung und Alt / von Ferdinand Schmidt
Entstehung
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heiten hervorrufen und dadurch der Freiheit leicht Abbruch geſchehen. Ein Andrer bemerkte, man müſſe ſolche Gebräuche lächerlich machen. Damit begann er, auf die Melodie des eben geſungenen Kirchenliedes einen trivialen Text zu ſingen. Er ſang mit zitternder Stimme, wie ich Frauen habe in Dorfkirchen ſingen hören. Gelächter begleitete ſeinen Vor⸗ trag. Man hatte indeß die Karten weggelegt, da es zum Spielen nicht mehr hell genug war, und begann nun aller⸗ hand tolle Lieder zu ſingen. Ich habe wohl ſonſt dergleichen

Lieder auch gern mitgeſungen, heut aber waren mir dieſelben

zuwider. Ich war traurig geſtimmt, nicht allein wegen des Todesfalles, ſondern auch in dem dadurch wach gerufenen Andenken an meine mir ſo früh durch den Tod entriſſenen Eltern. Als ich die Stiege hinab ging, hörte ich, wie ein Matroſe zum andern ſagte: Ich glaube es nimmermehr, daß wir das Ziel unſrer Reiſe glücklich erreichen, denn die Mehrzahl der Paſſagiere ſind gottvergeſſene Menſchen, wie es kaum böſere geben kann. Ich ging zu den Leidtra⸗ genden und fand ſie ſehr niedergeſchlagen. Das tolle Trei⸗ ben auf dem Verdeck machte ihren Schmerz nur noch bren⸗ nender. Alexis fand ſich auch ein und begann Mancherlei zu erzählen. Er kam wie von ungefähr auf Dies und Jenes, und doch wollte es mir ſcheinen, als habe er überall den ge⸗ heimen Zweck, zu tröſten und aufzurichten.

Ich ſchreibe dies in der Cajüte, indeß mir gegenüber eine Bowle getrunken wird. Wüßte man, was ich geſchrie⸗

ben habe ich glaube, man würde dies Buch nehmen und

es mit ungeheurem Hallo ins Meer werfen. Ich muß auf⸗ paſſen, daß mein Buch Niemand in die Hände bekommt.