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Der Schiffscapitain : eine Erzählung für Jung und Alt / von Ferdinand Schmidt
Entstehung
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ein ſolches Schauſpiel zu ſchildern! In Gold und Purpur blitzten und leuchteten Himmel und Meer. Ein dünner Wol⸗ kenſchleier ſänftigte die Strahlen der Sonne, ſo daß man hinein ſchauen konnte in die Pracht. Welch ein Farbenſpiel ſchimmerte dem ſtaunenden Beobachter entgegen! Wie leuch⸗ teten und funkelten die von einem mäßigen Winde erhobenen Wellen! Sogar unſer Schiff war umleuchtet von einem goldenen Schimmer.

Der Capitain entblößte ſein Haupt. Ein Gleiches ge⸗ ſchahe von den die Leiche im Kreiſe umſtehenden Matroſen, worauf der älteſte derſelben das Lied:Jeſus meine Zuver⸗ ſicht anſtimmte. Sämmtliche Matroſen fielen ein, wie auch einige in der Nähe ſtehende Paſſagiere. Die Kartenſpieler ließen ſich indeß nicht ſtören, ſondern ſpielten weiter. Nach⸗ dem zwei Verſe geſungen worden waren, ward die Leiche in das tiefe, wogende, funkelnde Grab geſenkt. Das Waſſer ſchloß ſich über der Leiche ſie war auf immer den Augen der Eltern entrückt. Die Matroſen beteten ein ſtilles Vater⸗ Unſer. Dazwiſchen ertönte Aufſchlagen der Karten, auch vernahm man Bemerkungen, wie ſie beim Kartenſpiele vor⸗ zukommen pflegen. Will ich ehrlich gegen mich ſein, ſo muß ich mir eingeſtehen, dies hat mich tief verletzt. Doch das Aergſte kam noch. Kaum waren die trauernden Eltern in das Zwiſchendeck hinabgeſtiegen, ſo begannen die Spieler über die ſtattgehabte Ceremonie laut zu witzeln und zu lachen. Der heimathliche Blödſinn ſcheine immer noch in den Köpfen Einzelner zu ſpuken, ſagte Einer. Stein entgegnete, der⸗ gleichen Schwindeleien dürften in der neuen Heimath nicht geduldet werden. Es würde dies auch andre böſe Gewohn⸗