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Der Schiffscapitain : eine Erzählung für Jung und Alt / von Ferdinand Schmidt
Entstehung
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Ernſtes, ich möchte ſagen, Feierliches. Morgen ſoll die kleine blaſſe Kinderleiche begraben was ſage ich! ins tiefe Meer geſenkt werden.

Es iſt heut geſchehen Otto's Hülle wurde hinabge⸗ ſenkt in die Meerfluth. Welch ein großartiges und ergrei⸗ fendes Schauſpiel! Die Zeit des Sonnenunterganges war für die traurige Ceremonie erwählt worden. Wie ich ver⸗ nommen habe, pflegt die Einſenkung gewöhnlich um dieſe Zeit zu geſchehen. Auf dem Verdecke hatten ſich die Vor⸗ ſtandsmitglieder ſchon eine Stunde vorher zu einer Whiſt⸗ partie zuſammen gethan freilich ein greller Gegenſatz zu jenem Acte. Ihrem Beiſpiel war noch eine Zahl von Paſſa⸗ gieren nachgekommen, ſo daß auf drei Orten geſpielt wurde. Andre ſtanden oder ſaßen umher und ſchaueten einem oder dem andern Spiele zu.

Jetzt kam der Vater die Stiege herauf mit der Leiche ſeines Kindes. Sein Sarg war ein Stück Segeltuch. An dem Fußende der Leiche war ein kleiner Sack mit Steinkohlen befeſtigt, der ſie in die Tiefe ziehen ſollte. Nun gab der Capitain das Zeichen, das Schiff beizudrehen, d. h. daſſelbe durch andre Stellung der Segel in ſeinem Laufe zu hemmen; eine Trauerfahne war ſchon vorher aufgezogen worden. Die Leiche des Kindes lag auf einem Teppich. Dem Vater ran⸗ nen Thränen über die Wangen, die Frau, in ſchwarzen Kleidern, brach faſt zuſammen. Alexis ſtand den trauernden Eltern zur Seite.

Eben ſenkte ſich die Sonne in's Meer. Wer vermag