demſelben, die prachtvolle Färbung des Himmels, beſonders bei Sonnen⸗Aufgang und Untergang erhebt die Seele und gewährt Zerſtreuung; hierzu kommen noch Lektüre und man⸗ cherlei Spiele.
3. Das weite Grab.
Wir haben einen Todesfall am Bord gehabt. Ein klei⸗ ner Knabe ward plötzlich krank und ſtarb ſchon in der fol⸗ genden Nacht. Es war ein herziger Junge, den die meiſten Paſſagiere lieb gewonnen hatten. Zu mir kam er täglich, ſobald er gefrühſtückt hatte, bot mir ſeinen guten Morgen und ſagte dann: Onkel Reinhold, erzähle mir etwas, oder male mir etwas, oder geh' mit mir auf's Verdeck. Wenn ich dann ſagte: Otto, erſt mußt Du mir ſagen, wie lieb Du mich haſt! dann umſchlang er mit ſeinen Armen meinen Hals und herzte und drückte mich. Wie reich war das Knäblein an ſchalkhaften Einfällen! Nun iſt der rothe Mund erblaßt, das helle Augenlicht erloſchen!
Einer der Paſſagiere, Alexis, ein, wie es ſcheint, ſehr wohlwollender Mann, hat ſich ſehr dienſtwillig bei dieſem traurigen Vorfall bewieſen. Er iſt nicht von der Seite des Kindes gewichen, das gegen 2 Uhr Nachts ſeinen Geiſt auf⸗ gab. Ich habe ihn geſtern zum erſten Male genauer be⸗ trachtet. Er ſcheint faſt dreißig Jahr alt zu ſein, iſt ziem⸗ lich groß, hat ein edles Geſicht, und in ſeinem Weſen etwas


