12 Da gab es Klagen und Geſtöhn auf allen Ecken und Enden. Keines der Mittel, die dagegen angewendet wurden, bewährte ſich, höchſtens verzögerte das Eine oder das Andere den Ausbruch des Uebels. Einige genoſſen nichts, Andere füll⸗
ten den Magen; Dieſe beſchloſſen, das Unvermeidliche liegend in der Coje zu erwarten; Jene tranken, ſangen und ſprangen und verſuchten dem Uebel die Stirn zu bieten. Vergebens! Sie wurden wie die Andern von der Seekrankheit ergriffen. Ich lag wohl 30 Stunden in dumpfer Bewußtloſigkeit in meiner Coje. In dieſem Zuſtande wäre mir der Untergang der Welt gleichgültig geweſen. Als ich wieder zu mir kam, war rings umher Alles krank. Hier ächzten Kinder, dort gab es bittre Vorwürfe, welche die ſchwer leidende Frau über ihren Gatten ausſchüttete, der ſie veranlaßt habe, auf das Schiff zu gehen, wo ſie nun den Geiſt aufgeben müſſe ꝛc.
Jetzt ſind alle Paſſagiere vollkommen von der Seekrank⸗ heit geheilt, bis auf einige Frauen, die bei jeder einiger⸗ maßen lebhaften Bewegung des Schiffes von Uebelkeiten befallen werden.
Wir haben— etwas über drei Wochen ſind wir unter⸗ weges— die Nordſee und den Kanal glücklich paſſirt. All⸗ mählig gewöhnt man ſich an das Seeleben. Das wärmere Klima macht es ſelbſt den Schwachen und Kranken möglich, einige Stunden des Tages ſich des heitern Sonnenſcheins und der milden, reinen Luft zu erfreuen. Der Anblick des Meeres und der mannigfach wechſelnden Erſcheinungen auf
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