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unſerm Schiffe ſo reich mit Kiſten, Koffern, Mantelſäcken, Reiſetaſchen, Körben ꝛc. beſetzt, daß nur ein ſehr ſchmaler Gang zu beiden Seiten übrig blieb, in dem zwei ſich be⸗ begnende Perſonen kaum einander ausweichen konnten. Nur ſparſam wird dieſer Raum erhellt, theils durch die offen ſtehenden Luken, theils durch längliche dreikantige Gläſer, welche in dem Deck befeſtigt ſind.
Ich muß mir ſelbſt das Lob geben, daß ich gewiſſenhaft mein Wort zu löſen ſuche, das ich dem um mein Wohl und Wehe beſorgten S. in B. in Betreff der Führung des Tage⸗ buches gegeben habe. Wird er es denn jemals ſehen? Schwerlich. Er müßte denn zu beſſerer Einſicht kommen und auch nach Auſtralien auswandern. Dann wäre es möglich, daß wir einmal zuſammenträfen. Doch ich gab ihm mein Wort, das Tagebuch ſorgſam zu führen, und es ſoll auch fernerhin geſchehen. Vielleicht iſt es mir ſpäter⸗ hin ſelbſt lieb, dieſe Notizen gemacht zu haben. Außerdem iſt ja auch das Schreiben eine angenehme, nicht zu verach⸗ tende Uebung.
Schon acht Tage liegen wir in Hamburg. So ſchön es nun auch hier iſt— ich ſehne mich doch unendlich nach der Abfahrt. In dieſen Tagen gab es viel Arbeit im Schiffe. Die meiſten für das Zwiſchendeck beſtimmten Kiſten mußten umgepackt werden, da ſie ſich für den beſchränkten Raum als viel zu groß erwieſen, andre, für den untern Raum beſtimmt, konnten gar nicht untergebracht werden. Es herrſchte auf dem Schiffe eine babylon iſche Verwirrung. Tiſchler waren


