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Der Schiffscapitain : eine Erzählung für Jung und Alt / von Ferdinand Schmidt
Entstehung
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die großartigſten Gebäude der Stadt überſchauen kann. Auf dem letzteren Orte tranken wir einige Flaſchen Wein, ſangen, lärmten und ſtießen oftmals auf eine glückliche Fahrt an. Nicht weit von uns ſaß ein ältlicher Herr. Mehrmals ſchauete er aufmerkſam nach uns hin. Endlich erhob er ſich, trat uns einen Schritt näher und ſprach: Sie wollen auswan⸗ dern, meine Herren? Wir bejaheten ſeine Frage.

Darf Ihnen, fuhr er fort, ein alter Mann eine Lehre geben?

Warum nicht, ſagte Stein. Wir werden ſie aber nur annehmen, wenn ſie uns behagt.

Dieſen Worten folgte eine allgemeine Heiterkeit.

Ich ſehe, ſprach der Mann, daß Sie nicht in der Stimmung ſind, eine gute Lehre anzuhören. So will ich mich darauf beſchränken, ſie an Worte zu erinnern, die Sie kennen, aber nicht beherzigt haben. Mit erhobener Hand und Stimme ſprach er hiernach:

Bleibe im Lande und nähre Dich redlich!

Gieße nicht trübes Waſſer aus, bevor Du beſ⸗

ſeres haſt! Der Pfennig gilt da, wo er ge⸗

ſchlagen wird, am meiſten!

Nach dieſen Worten wandte er ſich um und verließ uns. Wir lärmten ihm nach, einige lachten laut, andre murrten,

Stein rief ihm nach: er ſolle ſeine Weisheit auf Actien an⸗ legen ꝛc., bald indeß war die Sache vergeſſen.

Heut erwarten wir unſer Schiff. Es heißt Mercur. Stein machte uns eine angenehme Schilderung von dem⸗ ſelben. Von dem Reiſegelde hat er nichts abhandeln können. Es bleibt dabei: 76 Thlr. Pr. C. koſtet das Zwiſchendeck