Druckschrift 
Der Schiffscapitain : eine Erzählung für Jung und Alt / von Ferdinand Schmidt
Entstehung
Einzelbild herunterladen

6

ja wir werden es der Welt zeigen, wie man ohne geiſtliche und weltliche Obrigkeit fertig werden kann!

Wir ſehen uns wieder, mein lieber Reinhold! ſagte ich.

Nimmermehr! entgegnete er. Müßte es denn ſein, daß ich käme, um den Leuten hier von unſerm Wohlergehen Kunde zu bringen und ſie zu mahnen, ſich aus ihrer Knecht⸗ ſchaft zu erheben!

Nein, ſagte ich, Du wirſt kommen als ein von ſeinem Irrthum Geheilter, als ein Geläuterter! Ich ergriff ſeine Hand. Lieber Vetter, ſagte ich, höre noch einen Rath von mir! Du reiſeſt mit Gleichgeſinnten nimm noch einen vertrauten Freund mit Dir die Feder. Ich meine: führe ein Tagebuch. Beichte dieſem Buche Alles, was Du auf dem Herzen haſt. Trage die Erlebniſſe der Reiſe ein. Glaube mir: die Feder iſt ein Zauberſtab. Was man niederſchreibt, wird Einem klarer, als es vor⸗ her war.

Er entgegnete: Ich verſpreche Dir mit Hand und Mund, dieſem Wunſche nachzukommen. Frellich, ſetzte er lächelnd hinzu, den Zweck wird das Tagebuch nicht erfüllen, den Du im Sinne haſt.

Wer kann in die Zukunft ſchauen! ſagte ihe Thue einmal, als ſchriebeſt Du dies Tagebuch für mich, als woll⸗ teſt Du mir's ſenden oder bringen.

Er nahm herzlich Abſchied von mir, ich wünſchte ihm Gottes Segen, und er ging.

Etwa ein und ein halbes Jahr war ſeit jenem Vorfalle vergangen. Oft dachte ich an Reinhold und an ſeine gleich⸗ geſinnten Freunde. Ich erkundigte mich bei ſeinen näheren