5 zugeſtehen— Dieſer und Jener unlautere Neigungen, die ſich bisher gelegentlich in entſprechenden Thaten äußerten? Wer⸗ den dieſe böſen Neigungen im Vaterlande zurückgelaſſen, oder werden ſie von denen, die ſie haben, mitgenommen? Oder endlich: werden ſie vielleicht unterweges über Bord in's Meer geworfen?—
Reinhold ward durch dieſe Frage keinesweges in Ver⸗ legenheit geſetzt. Mit erhobenem Haupte und mit dem Ausdrucke freudiger Zuverſicht ſprach er: Dieſe böſen Niönngen ſchwinden, je mehr wir uns jenem Lande nähern. O, lächle immerhin,— ich weiß, was ich weiß!— Ich habe Nachrichten aus dem Munde freier Männer, die dem Dunſt der heimathlichen Atmoſphäre entflohen und dort geneſen ſind an Leib und Seele!
Er erhob ſich, um zu gehen. Was ſollte ich ihm auf ſeine letzten Aeußerungen ſagen? Armer, dachte ich, wie bald wirſt Du aus Deinem Himmel fallen!— Sollte ich gegen ſeine thörichte Illuſionen kämpfen? Vielleicht wäre es recht geweſen, es zu thun. Ich unterließ es. Er machte auf mich den Eindruck, als ſei er für den Augenblick unbe⸗ lehrbar. In den Wind mochte ich nicht reden. Ich ſagte nur: So wie Du jetzt hinausgehſt in die Ferne, ging ſchon Mancher, und wie kam er wieder!
Ja, entgegnete er, mit mir iſt das eine ganz andere Sache. Ich bin ja, wie ich Dir ſchon ſagte, Mitglied einer Geſellſchaft von freien, gleichgeſinnten Seelen. Wir ſind ganz klar über die Grundſätze, nach denen wir leben wollen. Wir werden die erſte, wahrhaft menſchliche Gemeinde bilden;


