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Der Schiffscapitain : eine Erzählung für Jung und Alt / von Ferdinand Schmidt
Entstehung
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Darnach begann er in begeiſterter Weiſe von den Herr⸗ lichkeiten der neuen Heimath zu reden. Es iſt mir Manches von dem, was er mir ſagte, noch ſo gegenwärtig, als hätte ich es erſt geſtern vernommen. Ich werde Einiges davon anführen, bemerke aber ausdrücklich, daß ich nicht ſcherze, ſondern die volle Wahrheit rede. Die Waſſermelone und die Pfirſiche, behauptete er, ſeien in dem von ihm bezeichneten Theile Auſtraliens ſo häufig, daß man die Schweine damit füttere; aus den erſteren laſſe ſich eine Suppe bereiten, die, gieße man nur ein wenig Eſſig hinzu, wie Weinſuppe ſchmecke. Weintrauben gäbe es dort, wie ſie einſt von den Botſchaftern Joſua's in Canaan gefunden worden ſeien; ein Einzelner vermöge kaum eine Traube zu tragen. Der Metallreichthum des Landes ſei ungeheuer, die Aktien der Burramine ſeien vpon 5 Pfd. Sterling bis zu 200 Pfd. Sterling geſtiegen.

Die Luft ſei buchſtäblich von Nahrungsſtoffen angefüllt, ſo daß man längere Zeit ohne Speiſen zu ſich zu nehmen, leben könne. Der Menſch erreiche dort ein hohes Alter und ſchlafe dann ſanft ein. Und wie es nun mit der kör⸗ perlichen Geſundheit ſtehe, ſo ſtehe es auch mit der geiſtigen.

Pathetiſch hatte der junge Mann geſprochen. Ich un⸗ terbrach ihn hier mit der proſaiſchen Frage: Werdet ihr auch Nachtwächter dort gebrauchen?

Nachtwächter? entgegnete er voll Staunen. Was ſol⸗ len dieſe denn bewachen? Bei uns wird der Grundſatz herrſchen: Alles gehört Allen!

Lieber Reinhold, ſagte ich, laß uns einmal annehmen, die Schaar der Auswanderer beſtehe durchweg aus edel⸗ denkenden Leuten. Hat nicht dennoch dies wirſt du mir