Teil eines Werkes 
1. Band (1872)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

211

einigermaßen im Zaume zu halten. Sie beſtanden aus zwei großen Hälften, aus bayeriſchen Soldaten, die in ihrer Uniform und Bewaffnung das Kriegsſpiel, das ſie ſelbſt im blutigen Ernſte aufgeführt, jetzt zur Kurz⸗ weil und Augenweide wiederholen ſollten, und aus ver⸗ kleideten Türken, zu denen man die Studenten der Stadt, die Jeſuitenſchüler, genommen hatte, welche, wohlgeübt im Geſange, auch ſonſt in den Chören der welſchen Oper und zur ſtummen Mitwirkung bei an⸗ derem Komödienſpiel gegen ein kleines Taggeld ver⸗ wendet wurden.

„Herr meines Lebens!“ rief der unglückliche Ta⸗ pezirer, indem er an den Reihen der Türken hin und wieder lief.„Da fehlt ja der Janitſcharenaga, von den Panduren iſt auch ein halbes Dutzend nicht da und das Spiel kann jeden Augenblick losgehen! Wo ſind

denn die Schlingel— will ich ſagen, die Herren Stu⸗

denten— ſchon wieder? Was?“ rief er noch troſt⸗ loſer und unglücklicher, als ein Diener ihm ein Wort ins Ohr flüſterte.„Im Brauhaus ſind ſie? Wie ſind

ſie denn nur aus dem Theater hinausgekommen? Hab'

doch die Thür ſelbſt abgeſperrt!“. „O“, rief einer der Studenten lachend,„für Pan⸗ duren, wie wir ſind, gibt's auch einen Weg durchs

Fenſter!“ 14*

4 6