Teil eines Werkes 
1. Band (1872)
Entstehung
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beneidet; aber jetzt zum erſten Male fühle ich ſo etwas in mir.“

Sanft klagende Muſik begleitete das Verſchwinden des Jünglings, der zoch oft zögernd zurückblickte, wäh⸗ rend Diana in un higem Schlummer die Arme nach dem Scheidenden ausbreitete; dann wurden die Töne bewegter und lebhafter; ſie verkündeten das Erwachen der Natur, die erſten rufenden Stimmen des Tages, und von röthlichen Wolken getragen, ſenkte ſich die Göttin des Morgens herab, umtanzt von einem Ge⸗ folge reizender Nymphen, welche die Morgenröthe dar⸗ ſtellten, die Dämmerung, die Stimme des Tages und den Morgenſtern. Gebieteriſch ſchwang die Cöttin ihren Zauberſtab über dem ſchlafenden Walde, da ſchwand das Dunkel und über dem Gebirge blitzte die Sonne herauf, erhaben und blendend, ein vollkommen der Natur abgelauſchtes Bild. Im nämlichen Augen⸗ blicke erwachte Diana; von allen Seiten ſtürmten die Dryaden und Oreaden in jubelndem Chore herein, und Diana an ihrer Spitze zog dem neuen Tage ent⸗ gegen in der ſeligen Hoffnung, daß er den ſchönen Traum der Nacht erfüllen werde zu noch ſchönerer Wirklichkeit.

Rauſchend ſchloß die Muſik, rauſchender noch dröhnte der Beifall durch das überfüllte Haus Der

Schmid, Die Türken in München. I. 14