28 es nicht, daß Du mich blos auf einen andern Diskurs bringen willſt?“
„Es iſt mir nicht deswegen“, ſagte die Frau,„es iſt nur, weil Du mir noch ganz vom Fleiſch fällſt vor
Verdruß, der ohnedem kein Ende hat, ſeit Du Stadt⸗ rath biſt! Ich wollte, Du hätteſt was Anderes gethan!
Du biſt der halbe Mann nicht mehr, der Du als Bäcker geweſen biſt. Willſt Du es wieder ein paar Tage nicht aus den Gliedern bringen, wie vor drei Wochen, wo Du Dich ſo geärgert haſt im Rath— ich weiß nicht mehr, wegen was es war, aber Du biſt ſchon einmal ſo und kannſt Dich ärgern über jede Kleinigkeit!“
„O, ich weiß noch ganz gut, was das war“, rief der Stadtrath, der arglos nach dem vorgehaltenen Köder ſchnappte.„Es war von wegen dem Mitter⸗ wallner, dem Eiſenkrämer an der Hochbrücken, und ſo was nennt dies Weib eine Kleinigkeit! Der hochmüthige Menſch meint, weil er ein paar Jährlein auf Reiſen geweſen iſt, hätt' er alle Geſcheidheit mit Löffeln gegeſſen, und bringt alle Fingerlang etwas Neues! Fallt ihm nicht neulich ein, daß in München das Vieh nicht mehr ſollt' ausgetrieben werden! Das ſchickte ſich nur für ein Bauerndorf und nicht für eine kurfürſtliche Haupt⸗ und Reſidenzſtadt! So lang München ſteht,


