den Zug zu uns her hätte! Unterm Kurfürſt Ferdinand Maria— Gott hab' ihn ſelig, den guten Herrn!— da ſind mit der Frau Kurfürſtin aus Savoyen die Italiener eingefallen, wie die Staare im Frühjahre; bei unſerm jetzigen gnädigſten Herrn ſchwimmen die Franzoſen obenauf wie die Wurſt auf dem Sauerkraut, und jetzt haben wir auch noch Türken in der Stadt! Ich bin nur begierig, wie lang es anſteht, bis ſich Dein Herzkäfer, Dein Buberl, zu ſeiner ausländiſchen Geſell⸗ ſchaft auch noch einen Türken ausgeſucht hat!“
Die Frau hatte ſich überzeugt, daß dies nicht der Weg war, den Unmuth des Hausherrn zu beſänftigen. Sie änderte daher ihren Plan, und vor das mächtige Holzgehäuſe der Standuhr tretend, welche ſchnurrend eben zum Schlagen aushob, ſagte ſie unbefangen:„Es iſt ein Viertel über zwölfe, jetzt werd' ich doch die Knödel einſchlagen laſſen— in den dreißig Jahren, ſeit wir hauſen, iſt noch nie ſo ſpät angerichtet worden!“
„Nichts da!“ brauſte der Rathsherr auf.„Dann geſchieht's eben heute zum erſten Mal! Ich will einmal ſehen, wie lang das ſaubere Früchtl ausbleibt, und eher kommt mir das Eſſen nicht auf den Tiſch! Wenn die Knödel darüber feſt werden, will ich ihm ſchon eine andere Suppe einbrocken! Du meinſt wohl, ich merk'


