25
ihm einen Buckel anzudichten! Ich habe Gott Lob! noch nichts geſpürt von der Engbrüſtigkeit, aber wie er heim kommt, will ihn gleich unterſuchen und in die Kur nehmen!“
„Nichts, gar nichts wirſt Du ihm thun!“ fuhr jetzt die Mutter auf und ſtellte ſich, die Arme auf die Hüften geſtemmt, vor den Eifernden.„Der Benno iſt ſo gut mein Kind wie das Deinige und ich leid' es einmal nicht, daß ihm etwas zu Leid geſchieht, damit Du's nur weißt, Du alter Griesgram! Du ſollſt mir ihn mit keinem ſchlimmen Blick anſehn! Er ſoll mir nur ſpazieren gehn, ich will es haben! Soll ſich nicht krumm ſitzen und lahm ſchreiben! Und daß er in keine ſchlechte Geſellſchaft geht, daß weißt Du ſo gut, als ich. Er geht mit Niemand um als mit den feinſten Herren von Hof, mit lauter Cavalieren und Grafen—“
„Ja, da haben wir's!“ unterbrach ſie Millauer. „Das iſt mir erſt der wahre Weinſtock! Glaubſt Du, daß mir das recht iſt oder daß ich wohl gar ſo eitel bin wie gewiſſe Leute und mir was einbilde auf die hochadlige Geſellſchaft? Fällt mir nicht im Traum ein! Ich bin ein ehrſamer Bürger und mein Sohn iſt ein Bürgerskind. Die vornehmen Herren ſind kein Umgang für ihn; er ſoll ſich zu ſeinesgleichen halten!“
„Du biſt der ewige Widerſpruch“, ſagte achſel⸗


