Teil eines Werkes 
1. Band (1872)
Entstehung
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ſowie den ſtattlichen braunen Rock mit den weißen Knöpfen ab, den er, beinahe noch auf der Schwelle ſtehend, abſtreifte und dann mit beiden Armen in die weite graue geſtrickte Wollenjacke fuhr, die ſie ihm aus⸗ gebreitet hinhielt. Der Stadtrath Millauer war ein hochgewachſener Mann, deſſen ſtramme Haltung und friſche Geſichtsfarbe nicht ſo leicht erkennen ließen, daß er ſchon die Mitte zwiſchen dem fünften und ſechsten Jahrzehnt ſeines Lebens überſchritten hatte; nur die grau gewordenen Augenbrauen plauderten das Geheim⸗ niß aus und unter der Rundlocke der dunklen Stutz⸗ perrücke ſtahlen ſich an den Schläfen ebenfalls einige vorlaute Haare von der gleichen verrätheriſchen Farbe hervor. Der Ausdruck in den wohlgeformten Zügen des Geſichts wie in den treuherzig blauen Augen war gutmüthig und freundlich; um die etwas aufgewor⸗ fenen Lippen ſpielte ſogar etwas, als wären ſie gern bereit, ſich zu Scherz und derbem Lachen zu öffnen. Diesmal aber ſchien er nicht dazu gelaunt und auf der Stirn lag es wie das Gewölk eines Ungewitters, das noch unentſchloſſen iſt, ob es losbrechen oder ſich ver⸗ ziehen ſoll.

Grüß' Gott, Alte, brummte er, die Jacke zu⸗ knöpfend.Warſt ja ordentlich laut, wie ich gekommen bin? Hat's wieder einen Küchendisputat gegeben?