Teil eines Werkes 
1. Band (1872)
Entstehung
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Kämmerchen geſchieden, worin eben Raum iſt für das Bett der Spitalerin, für einen kleinen Tiſch und allen⸗ falls ein Käſtchen, während die Rückwand ein ſchmales Plätzchen bildet, daran die Heiligenbilder und welt⸗ lichen Andenken aufzuhängen, die auf der weiten Wanderung durchs Leben bis in dieſen vorletzten Winkel deſſelben nicht verloren gegangen ſind. Die Bewohnerinnen dieſer Vorhangszellen ſollen keine Be⸗ ſuche annehmen man ſieht es nicht gern, wenn der Fäden, die mit dem Draußen zuſammenhängen, noch zu viele ſind; auch geht es nicht wohl an, ein ver⸗ trautes Geſpräch zu führen, wo die Nachbarin links und die Nachbarin rechts jedes Wort belauſchen kann. Darum vertraute mir die Alte wie ſie jeden dritten Tag nach der Vesper ihrenAusgang habe, um noch ein bischen friſche Luft zu ſchöpfen oder eine mild⸗ thätige Bekannte zu beſuchen, die nicht ſchon bei Leb⸗ zeiten ſie unter die Begrabenen zählte.Wiſſen Sie was, ſagte ſie mit wichtigthuender Vertraulichkeit, weil ich doch ſehe, daß Sie ſo großen Antheil nehmen an meiner guten Herrſchaft, ſo will ich mich in der Vesperzeit zu Ihnen hintappen und will Ihnen erzählen, was ich weiß. Es ſind ja lauter brave Leute ge⸗

weſen vielleicht iſt es für etwas gut, wenn's auf⸗

bewahrt bleibt, wie es ihnen gegangen.