Teil eines Werkes 
1. Band (1872)
Entstehung
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und deren geſprächiges Vertrauen bald gewonnen war, als ich ſie unter dem Vorwande beſuchte, ich ſei ein entfernter Verwandter ihrer ehemaligen Dienſtherrſchaft, bei der und mit der ſie alt geworden war und der noch jetzt der ganze Reichthum ihres treuen Gemüthes gehörte. Das wackere Bürgerhaus, in dem ſie zwei bis drei Geſchlechter hindurch gedient, war ausgeſtorben und hatte ihr außer der Stelle im Spitale nichts zurückgelaſſen als die alten Kleider, die ſie bewahrt hatte bis zum erſten Schritt aus der Welt ins Spital, nichts als ihre Erinnerungen, die ſie bei ſich be⸗ halten konnte bis zum zweiten Schritt aus der Welt und aus dem Spital. Und an dieſe eigenen Erinnerun⸗ gen ſchlangen ſich wie verſchwiſterte Ranken die Mittheilungen der Ahnfrau ein, die ſchon eine Greiſin geweſen, wie die Magd als blutjunges Mädchen ins Haus gekommen und die ſelbſt wieder erzählt hatte, was in den Tagen eigener Jugend ihr Merkwürdiges berichtet worden war aus den Geſchichten längſt ver⸗ gangener Zeit.

Im Spöital haben ſolch arme Leute kein eigenes Gemach. Die große Stube iſt der Länge nach durch Vorhänge in zwei Hälften getheilt, ſodaß in der Mitte

zwiſchen denſelben ein Gang frei bleibt; die Hälften

ſelber ſind wieder durch Zwiſchenvorhänge in kleine