Teil eines Werkes 
2. Band (1872)
Entstehung
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Lebehoch auf den edlen Wirth und die ſchöne Wirthin zum bayeriſchen Löwen, und jedesmal ſchmetterte und wetterte der Tuſch der Bauernmuſikanten und das Vivatrufen ſo luſtig hinein, daß es weit hinaus er⸗ ſcholl, über das Schloß hinweg und hinaus in den dunkelnden Wald und die ſchweigenden Moorſtrecken, in deren Gewäſſern ſich ſchon der in tiefer Goldglut verglimmende Abendhimmel zu ſpiegeln begann. Mitten im Mahle erſchien ein verwunderter Lakai und meldete, draußen ſtehe der Stadtrath Millauer von München mit ſeiner Ehehälfte und verlange ſogleich zur Frau Kurfürſtin gelaſſen zu werden. „Willkommen“, rief dieſe.„Führt die Leute ſo⸗ gleich herein! Es ſind die Gäſte“, fuhr ſie, zu ihrem Gemahl gewendet, fort,„die ich mir als Wirthin zur Bauernhochzeit geladen habe. Ich habe mir einen Scherz mit ihnen ausgedacht; mein türkiſches Pflegetöchterchen ſoll heute meine Dienerin ſein!“ Und ehe der etwas verwunderte Kurfürſt zu erwidern vermochte, ſtanden die Betroffenen bereits vor der glänzenden Ge⸗ ſellſchaft und vor der Fürſtin, welche ſie überraſcht mit der Frage nach dem vermißten Pflegling empfing und noch überraſchter aus den unzuſammenhängenden, ängſtlich hervorgeſtammelten Worten das Vorgefallene entnahm. So kühn Herr und Frau Millauer in Gedanken