Teil eines Werkes 
2. Band (1872)
Entstehung
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Schloß führenden Thüren waren verhangen und ver⸗ ſteckt, die mittlere aber zu einer Schenke umgeſtaltet, wo nach bäueriſchem Brauch das Hochzeitsbier in Fäſſern aufgeſtapelt war und nur der kundigen Hand und der Gäſte wartete. Eine Schranke ſchloß den Raum gegen die Gäſte ab, um Wirth und Wirthin vor dem An⸗ drang zu ſchützen. In der Schenke ſtand Kurfürſt Max Emanuel in der Tracht eines oberbayeriſchen Bauernwirthes, die grüne Schlegelkappe auf dem Locken⸗ kopfe, in kurzen Lederhoſen, rother Weſte, blauen Strümpfen und weißer Schürze— ein wunderlicher An⸗ blick; denn Geberde, Haltung und Miene des Fürſten widerſprachen dem Anzug, in dem er ſich übrigens ſehr zu gefallen ſchien und unter luſtigem Lachen am Hahn und Spunde die Handgriffe des Aufſpundens und Anzapfens vorbereitend einübte. Denn darin be⸗ ſtand ein Hauptſcherz des ganzen Feſtes, daß der Kur⸗ fürſt bei der Ankunft des Hochzeitszuges das Faß ſelbſt öffnete, das erſte Glas ſelbſt füllte und es dem Brautpaare kredenzte, worauf dann die als Kellner und Hausknechte verkleideten Hofherren daſſelbe Geſchäft bei den übrigen Gäſten übernahmen. Aehnlich war das Geſchäft der Wirthin, welche Fleiſch, Brod und Wurſt auf mächtigen Schüſſeln aufgethürmt vor ſich ſtehen hatte, um vor dem Brautpaare Laib und Braten