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fand er nur leere Straßen. Wer es vermeiden konnte, ihm zu begegnen, that es; wer es nicht mehr konnte, ſtand gebeugten Hauptes und mit geſenktem Blicke— es war die Gewalt, welcher der Gruß galt, den man ihr nicht zu verweigern wagte. Die Nachrichten von Führer's Schickſal, von dem über ihn ausgefertigten Urtheil wie von ſeiner Flucht, die Kunde von all dem Elend, das eingezogen war in Stadt und Land, erſchüt⸗ terten ſein weiches Herz, die Botſchaft von Ulrikens Tode ſchreckte es vollends in ſeinen tiefſten Tiefen auf. Was Alles hatte er vorgehabt! Welch ſchöne Hoffnungen hatte er erweckt, welch erhabene Vorſüätze gefaßt, und wie waren ſie nun verwirklicht! Er hatte Segen geſäet und Fluch geerntet, und er ſelbſt war es geweſen, durch den ſich die Frucht ſo verwandelt hatte. Es mochte das Bild des aus der Heimat vertriebenen Freun⸗ des, es mochte das bleiche Todtenangeſicht der unſeligen Ulrike ſein, was eben in jener Stunde an dem ein⸗ ſamen Fürſten vorüberzog.
Solche ernſte Stimmungen waren jedoch nicht von langer Dauer. Die Lebensluſt begann bald wieder ſich zu regen und gewann, von der vollen Kraft der Jugend unterſtützt, leicht und ſchnell die Oberhand wieder. Fehlte es doch auch nicht an einer Menge von zufälligen und abſichtlich bereiteten Anregungen. In


