Teil eines Werkes 
5. Band (1869)
Entstehung
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als nächſter Nachbar doch nit zurückbleibe. Ich hab' Ihne auch ein ſchön's Kränzle bunde; den müſſe Sie annehme.

Warum ſollt' ich nicht? ſagte die Schuſterin mit verſtellter Artigkeit, die man ihrem ſonſtigen ſchlichten Weſen kaum zugetraut hätte.An einem Tage, wie der heutige, da muß man eben Manches vergeſſen und ein Auge zudrücken. Kommen Sie nur herein ins Zimmer, Herr Nachbar! Ich kann doch den ſchönen Kranz nicht ſo zwiſchen Thür und Angel in Empfang nehmen!

Der Gärtner wußte nicht, wie ihm geſchah. Wie eine vom Lichte geblendete Mücke ſchwirrte er dem Scheine nach und befand ſich in der nächſten Sekunde allein in der Stube mit der hübſchen Frau, welche, gar nicht unfreundlich oder vollends grob, wie ſonſt, ihm ſogar einen Stuhl zurecht ſetzte und ihn wie den an⸗ genehmſten Beſuch zum Niederſitzen einlud.

Nein, rief ſie immer wieder,ſo was Schönes

wie dieſen Kranz hab' ich noch gar nie geſehen! Der iſt zu ſchön, als daß man ihn draußen aufhängen ſollte. Den behalt' ich in der Stube. Da über dem Spiegel ſoll er hängen bleiben zum ewigen An⸗ gedenken! Wie freu'ich mich, ſchöns Weible, ſagte der Gärtner,