Teil eines Werkes 
5. Band (1869)
Entstehung
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3 Blicke darüber weg und in der Stube umher. Die Wangen der hübſchen Meiſterin brannten; es war, als ob ſie zehn Jährchen jünger und ſchöner geworden ſei.Ich weiß gar nicht, wie mir iſt, ſagte ſie lachend zu ſich ſelbſt, indem ſie vor dem kleinen Spiegel, der in der Ecke hing, ſich das Scheitelhaar zurechtſtrich. Ich kenne mich ſelbſt nicht mehr, wenn ich denke, was für eine Jammergeſtalt geſtern noch aus dem Spiegel herausgeſehen hat, und jetzt zeigt er mir einen rothen Kopf, als wenn ich zu tief in den Krug geguckt hätte. Gerbel's Eintritt unterbrach ſie in ihrem Selbſtge⸗ ſpräch.Nun, Frau Rempelmann, rief er, indem er vergnügt die Hände rieb, wie Jemand, der von ſeinem Werke vollkommen befriedigt iſt,denken Sie jetzt noch daran, an den Tag der großen Illumination? Ich bin damals auch an Ihrem Thurm vorbeigekommen und habe geſehen, wie Ihr Mann ſeinen Stiefel be⸗ leuchtet hat. Damals hab' ich auch nicht gedacht, daß wir einmal ſo zuſammenkommen und miteinander be⸗ ſchäftigt ſein ſollten, das Schuſterſchild wieder heraus⸗ zuputzen. Freilich wohl, ſeufzte die Frau;wem hätte es

einfallen können, daß es ſo gehen würde? Wer mir

damals geſagt hätte, daß ſo großes Elend, ſolche Schande über mich kommen würde 1*