Teil eines Werkes 
5. Band (1869)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

2

Kränzen zu verzieren. Auf dem breiten Platze davor ſtanden viele Leute, bunt, wie der Zufall ſie zuſammen⸗ geführt, durcheinander, ſahen den Feſtvorbereitungen zu und harrten des Schauſpiels, das noch kommen ſollte.

Rempelmann's Bube in ſeinem beſten Anzug ſaß auf der freien Thurmſtiege und hütete das kleine Schweſterchen, das neben ihm auf dem Platze vor der Stubenthür herumrutſchte und in dem Vorrath von Blumen und Zlättern herumtaſtete, welcher dort zur Verzierung aufgehäuft war. Die Meiſterin ſelbſt hatte keine Ruhe und lief immer hin und wieder, Treppe auf und Treppe ab. Schon ſeit dem früheſten Morgen⸗ grauen hatte ſie zwar Alles in Haus und Wohnung aufs Tüpfelchen bereitet und hergerichtet; dennoch war es ihr immer, als hätte ſie noch etwas vergeſſen, als ſei noch etwas übrig zu thun. Dann lief ſie eilig

hinauf, um, wenn ſie oben ſtand, ſich vergeblich zu be⸗

ſinnen, was ſie gewollt; ſie fand nichts zu thun, als allenfalls einen Stuhl von einem Platze auf den an⸗ dern zu rücken oder zum zehnten Male einen Lappen zu ergreifen und von Kommode und Standuhr das allerletzte Stäubchen abzuwiſchen. Eben war ſie wieder in die Stube gekommen und ſtrich das Tiſchtuch glatt, welches zur Mahlzeit für den heimkehrenden Vater und Meiſter ſchon aufgebreitet war. Vergnügt ſtreiften ihre