.—
179
an ihn hinantrat, als fürchte ſie, daß irgend Jemand das vernehmen könnte, was ſie ihm mittheilte,„Du weißt, welche Nachrichten es waren, welche Deinen Mi⸗ niſter ſo unvermuthet nach St.⸗Wendelin geführt haben. Der große Staat, der unſer Grenznachbar iſt, hat Deine Neuerungen längſt mit höchſt ungünſtigen Augen be⸗ trachtet; er hat Dich gewarnt, er hat dagegen Ver⸗ wahrung eingelegt. Man iſt dort nicht geſonnen, es bei Proteſten und Warnungen bewenden zu laſſen, und wenn Du auf Deinem Wege beharrſt, ſo wirſt Du Dich überzeugen, daß man zu handeln entſchloſſen iſt. Verſuche es einmal, wirf Dich ganz dem ſogenannten Volke in die Arme! Sieh, ob es Dich trägt und ſchützt, wenn beim weitern Verfolg Deiner Pläne der Krieg losbricht, wenn ein Dir zehnfach überlegenes feindliches Heer über die Grenze und vor die Hauptſtadt rückt! So folge denn meinem Rath und kehre um! Exgreife die Hand des mächtigen Nachbars, die er Dir bietet! Geld, Truppen, Alles, was Du bedarfſt und willſt,
ſteht zu Deiner Verfügung, ja, man iſt ſogar bereit,
noch ein engeres Bündniß mit Dir einzugehen und es durch die Hand der einzigen Tochter zu beſiegeln. Macht, Glanz, Reichthum öffnen Dir eine unabſehbare Ausſicht. Es iſt nicht möglich, daß Du länger ſchwanken
kannſt.“ 12⸗
—— ———


