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Der Herzog ſchritt durch das Gemach und blieb vor der Herzogin ſtehen.„Wir ſind allein“, ſagte er. „Laſſen Sie mich eine Gewiſſensfrage an Sie richten, Mama! Ich weiß, daß jene Anſchauungen, welche ich mit Führer zu verwirklichen ſtrebte, Ihnen nicht die richtigen ſcheinen, aber hier unter uns und vor Gott müſſen wir uns, die Hand aufs Herz gelegt, nicht ein⸗ geſtehen, daß ſie doch die wahren ſind? Glauben Sie nicht, es wird eine Zeit kommen, die trotz unſeres Wi⸗ derſtrebens ſie verwirklicht?“
„Ich glaube es nicht“, ſagte die Herzogin feſt.„Aber auch wenn es ſo wäre, dann laſſe die Zeit, wenn ſie kommen ſoll, zu ihrer Stunde hereinbrechen! Uns ge⸗ ziemt es jedenfalls nicht, ſie zu beſchleunigen. Die Herrſchaft bedeutet nichts, wenn ſie nicht unumſchränkt iſt. Wer ihr Grenzen und Bedingungen ſetzen will, der begeht ein Verbrechen gegen unſer gottgegebenes, wohlbegründetes Recht. Wahnſinnig derjenige, der ſich im Beſitze befindet und ihn ſelber aufgibt, ehe er muß.“
„Ich kann dennoch nicht, Mama“ ſagte Felix nach einigem Beſinnen.„Wenn ich auch wollte, ich kann nicht. Die Geſetze ſind in aller Form und Feierlichkeit erlaſſen— ich kann ſie nicht wieder aufheben; ich habe
mein Wort dafür verpfändet.“ Schmid, Mütze und Krone. IV. 12


