173
ſegnen, wenn er Dich zur Einſicht bringt, zur Erkennt⸗ niß und zur Beſſerung! Ich will Dir daher ein de⸗ müthigendes Geſtändniß erſparen; meine Fäden ſind 8 überall angeknüpft und das fehlende Auge erſetzt mir
das Gefühl; ich glaube bereits ſo ziemlich Alles zu wiſſen, was zwiſchen Dir und dem ſogenannten Mi⸗ niſter vorgefallen iſt. Beantworte mir das Eine: Iſt es wahr, daß er ſeine Entlaſſung gefordert hat?“
„Es iſt wahr.“
„Nun, und Du haſt doch keinen Augenblick ge⸗ zaudert, ſie anzunehmen?“
„Ich muß wohl. Unter uns iſt eine Verbindung nicht mehr möglich. Ich werde nicht umhin können ſie anzunehmen.“
„So verſchiebe es um keines Pulſes Dauer“, rief die Herzogin,„und danke dem Himmel, deſſen Gnade und Langmuth Dir noch einmal Gelegenheit gibt, das Netz zu zerreißen, womit jener Abenteurer Dich um⸗ ſponnen hat!“ 1
„Sie gebrauchen harte Worte, Mama!“ entgegnete der Herzog nach einigem Schweigen.„Dieſe Bezeich⸗ nung verdient Führer nicht.“
„Nicht? Und wer bürgt Dir dafür?“ rief die Her⸗ zogin entgegen.„Warum glaubſt Du ſeinen glatten Reden mehr als meiner grauen Erfahrung? Wer ſagt


