Teil eines Werkes 
4. Band (1869)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

172

der plötzlichen Wandlung, die in den Verhältniſſen einge⸗ treten, hat mich des Gelöbniſſes entbunden. Ich komme, wenn auch nicht Deinetwegen, aber ich komme, weil höhere Rückſichten es mir gebieten, Rückſichten auf unſer Geſchlecht, auf den Thron dieſes Landes und auf unſer Recht an demſelben. Vielleicht hat der Blitz, der Dir vor den Füßen in den Boden ſchlug, die Nacht

erhellt, die Dich umgab, und Dir den Abgrund gezeigt,

an welchem Du ſtehſt. Drum will ich es noch einmal verſuchen, Dich zurückzuhalten. Du ſchweigſt? ſetzte ſie nach einer kleinen Pauſe hinzu, in welcher ſie eine Antwort erwartet hatte.Du haſt mir nichts zu ſagen?

Ich bin zu überraſcht, Durchlaucht, erwiderte Felix, ſich in einen Stuhl neben ihr werfend.Ich wollte allein ſein, wollte das Vorgegangene mit mir allein durchkämpfen. Wenn Sie mich ſehen könnten, Mama, würden Sie erkennen, wie wenig ich darauf vorbereitet bin, Jemand zu empfangen, zumal Sie.

Ich glaube Dir's, mein Sohn, entgegnete die Herzogin.Es mag ſchwer ankommen, eine Täuſchung zu bekennen, in der man ſo tief befangen war. Es mag bitter ſein, einzugeſtehen, daß man auf dem Irr⸗ weg der Sünde und des Laſters gewandelt iſt. Aber ich will es Dir verzeihen, ich will ſogar den Irrweg