Teil eines Werkes 
4. Band (1869)
Entstehung
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trat, um ihm bei eingetretener Dunkelheit die Stiege hinunter zu leuchten. Als er ſchon an der Schwelle ſtand, rief ihn die Räthin zurück.Herr Riedl, ſagte ſie, als er näher kam, und ſtreckte ihm die Hand entgegen, nich habe es in meinem Leben immer ſo gehalten: wenn ich mir eines Unrechts bewußt bin, kann ich es nicht auf dem Herzen behalten. Ich will es Ihnen nur geſtehen, ich habe Ihnen auch Unrecht gethan; ich habe Sie für einen herzloſen Raiſonneur gehalten und habe oft gewünſcht, Sie möchten meinem Friedrich fern bleiben. Aber jetzt, in dieſer ſchweren Stunde, wo Sie ſich der alten verlaſſenen Frau ſo freundlich an⸗ genommen haben, wie nur ein liebender Sohn es kann, jetzt ſehe ich wohl, daß Sie wirklich ein Freund meines Sohnes ſind und daß Sie auch ein gutes Herz haben müſſen. Verzeihen Sie mir, Herr Riedl, und ſeien Sie von nun an auch mein Freund! Und damit gute Nacht!

In der herzoglichen Burg herrſchte zur nämlichen Zeit nicht geringere Bewegung und Unruhe. Das Vor⸗ zimmer zu den Gemächern des Fürſten war trotz der einbrechenden Nacht noch ſehr belebt; in allen Ecken und Fenſterniſchen ſtanden Gruppen verſchiedener Zu⸗ ſammenſetzung beiſammen, alle in mehr oder minder eifrigem Geſpräche, mehr oder minder laut und erregt,