Teil eines Werkes 
4. Band (1869)
Entstehung
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Friedrich! Das alſo ſind die ſchönen Hoffnungen, in denen Du gelebt, das der Dank für Deine Güte, der Lohn für Deine Liebe? O ich weiß, ich fühle, was er gelitten hat, was er leiden muß; denn ich weiß es, ich allein, wie ſehr er ſie geliebt hat.“

„Er wird ſich faſſen“, antwortete Riedl.„Er iſt ein Mann; wenn auch von weichem Gemüthe, beſitzt er doch Stärke genug, über ſich ſelbſt zu ſiegen. Ich denke, Sie werden jetzt nicht mehr zum Herzog gehen und Gerechtigkeit fordern wollen. Sie werden begrei⸗ fen, daß Führer gehandelt hat, wie er mußte.“

„Mein Sohn hat recht gethan“, rief die Räthin nach einem weitern Augenblicke der Sammlung mit beklommenem Athem.„Schreiben Sie ihm das! Jetzt, da ich Alles weiß, werde ich ruhig ſein. Schreiben Sie ihm das auch! Er wird ſich vielleicht meinetwegen ängſtigen; er ſoll es nicht thun. Er ſoll mir Nachricht zukommen laſſen, ſobald es ſein kann, ohne ihm Un⸗ gelegenheit zu bereiten. Und ſchreiben Sie ihm auch“, fuhr ſie, ſich langſam erhebend fort, indem ſie nach Ulrikens Bild langte und es von der Wand herabnahm, „ſchreiben Sie, was Sie mich haben thun ſehen! Schö⸗ nes, herrliches Geſchöpf!“ unterbrach ſie ſich ſelbſt, in⸗ dem ſie einen Blick auf das Gemälde warf.„Aus⸗ geſtattet mit Allem, was der Himmel geben kann, ſich