Teil eines Werkes 
4. Band (1869)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

149

ein Ungeheuer entgegen, ſcheußlich wie ein mexicaniſches Götzenbild.“

„Nein und abermals nein“, ſagte die Räthin, welche ihre volle Faſſung wiedergewonnen hatte, und nahm die Haltung zurückweiſender Förmlichkeit an, die ſie ſonſt immer im Umgange mit Riedl beobachtet hatte. „Ich danke Ihnen für Ihren Beſuch und Ihre Mit⸗ theilungen, mein Herr, aber ich will ein⸗ für allemal von dieſen Dingen und in dieſem Tone nichts hören. Es wird mir lieb ſein, wenn Sie mir Friedrich's Brief zu leſen geben. Er wird ja doch auch für ſeine Mutter beſtimmt ſein! Im Uebrigen aber werden Sie ſich wieder überzeugt haben, wie wenig wir zuſammen⸗ paſſen.“

„Den Brief?“ ſagte er zögernd.„Das geht nicht an. Der Brief iſt nicht für Sie beſtimmt, ſondern für mich. Er enthält den Auftrag, Sie zu beruhigen und Ihnen herzliche Grüße mit der Nachricht zu bringen, daß er, ſobald er einen Ruhepunkt gefunden haben wird, Ihnen ſogleich unmittelbar ſchreiben will.“

Sobald er einen Ruhepunkt gefunden haben wird!“ rief die Räthin in neu ausbrechendem Schmerz.„O mein Sohn! Wie gut iſt es nun, daß Deinen braven Vater ſchon die Grube zudeckt! Wenn er das hätte

erleben müſſen, das hätte ihn hineingeſtürzt. Mein

2