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anderer ehrlicher Menſch? Auf ſeinem Grabe ſollen Blumen liegen dürfen?“ Sie griff nach den Sträußen, die auf dem Gerölle lagen, um ſie zu zerreißen, aber der Bruder fiel ihr in den Arm.
„ib' nach, Schweſter!“ ſagte er.„Das iſt Un⸗ ſinn. Der da drunten liegt, hat's ſchon mit einem andern Richter zu thun. Du ſagſt ja ſelbſt, Du wollteſt ihn einmal vor dem verklagen. So warte es ab und ſprich nicht ſelber im voraus das Verdammungsurtheil aus! Er iſt vor ſeinem Tode noch wenigſtens ſo weit in ſich gegangen, daß er dem Buben das Gewand da hat machen laſſen, und daß er ihm ſo viel Geld hinter⸗ laſſen hat, als für die Lehre nöthig iſt, und daß wohl noch etwas übrig bleibt.“
„So? Hat er das doch gethan?“ rief Cilly erſchüt⸗ tert, und im nämlichen Augenblick ſtürzten ihr die Thränen wie ein Quell, deſſen Schleußen aufgezogen worden, ſtromweiſe aus den Augen.„Unſer Herrgott ſoll es ihm anrechnen in der Ewigkeit“, ſagte ſie dann, „wenn es ein gutes Werk iſt. Aber ich nehme das Geld nicht; ich will ſchon trachten, daß ich das Lehr⸗ geld auf andere Art zuſammenbringe und Dir zuſchicke, Bruder!“
„Du?“ rief der Weber verwundert.„Wie wollteſt Du das möglich machen? Und alſo willſt Du wieder


