Teil eines Werkes 
4. Band (1869)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8*

blickliche Spectakel, welcher das Volk abhält, zur Wahl⸗ urne zu kommen? Ich habe es ja immer geſagt: unſer Volk iſt nicht reif für derlei tief verborgene Weis⸗ heit! Da können ſich die neuen Beglücker von dem Werth ihrer Erfindungen fürs Volk am beſten über⸗ zeugen.

Davon habe ich eben nichts geſpürt, erwiderte Gerbel, indem er ſich den Andern ſeitwärts näher beſah⸗ Ich meine im Gegentheil, es werden nicht viele Wahl⸗ berechtigte ſein, die ihre Stimme nicht abgeben. Wozu braucht es da beſondere Reife, um das zu verſtehen? Die ganze Weisheit liegt darin, daß das Volk bisher ſtumm und dumm hat thun müſſen, was die Andern ſagten, und daß es jetzt auch dreinreden darf, und glauben Sie, Herr, nichts begreift das Volk leichter als das. Aber wie geſchieht mir denn? fuhr er nach wiederholter kurzer Betrachtung fort.Der Herr kommt mir ſo bekannt vor; wenn Sie nicht die blauen Brillen⸗ gläſer vor den Augen und den Backenbart hätten, ſo würde ich ſagen: es iſt der Herr Gerichtsrath Weber.

Der bin ich auch in der That, antwortete der Behäbige, indem er ſich vollends nach dem Drechsler herumwendete.Nur habe ich den Gerichtsrath an den Nagel gehängt. Ich habe mich wegen Augenleiden