ein großer Freund des Geſangs und ihm auf der Jagd eingefallen ſei, daß am Abend das wöchentliche Singkränzchen bei der Generalin von Helmhang ſtatt⸗ finde, daß er dies nie verſäume und daß er deshalb die Jagd abgebrochen habe und ſchnell nach der Stadt zurückgekehrt ſei.
Unbekümmert um das, was um ihn her vorging, nur mit dem Erlebten in ſich beſchäftigt, ging Friedrich die Straßen dahin mit kräftigem Schritte, gehobenen Blicks und freien Athems, denn es war ihm leicht, als wäre eine Laſt von ſeiner Seele genommen, und in ſeinem Gemüthe war es hell wie in der Nacht, wenn der Mond dem einſam Wachenden zuerſt heraufkommt über die ſchwarzen Wipfel. Er hatte ſich ſelbſt beſiegt; der Kopf hatte die Oberhand behalten über das Herz, die Pflicht über die Leidenſchaft. Er war mit ſich zu⸗ frieden und bedachte, wie er in Zukunft in ſeiner Häuslichkeit es einzurichten vermöge, daß er, ohne ſeinen Anſichten und Ueberzeugungen untreu zu werden, doch auch den Wünſchen Ulrikens nachkommen und ſo die Kluft, die ſich zwiſchen ihnen gebildet hatte, aus⸗ füllen oder überbrücken könne. Mochte ſie auch gefehlt haben, ihm als dem Manne ſtand es zu, wieder ein⸗ zulenken und dafür zu ſorgen, daß aus der vorüber⸗ gehenden Verſtimmung nicht ein vollſtändiger Bruch werde.


