wahr, das iſt ja kein Unrecht, wenn der Wanderer in der Nacht, die ihn umgibt, nach den Sternen empor⸗ blickt, die ihn leiten dürfen, auch wenn ſie ihm uner⸗ reichbar ſind?“
„Nun denn“, ſagte Führer, ſich gewaltſam zurück⸗ haltend,„ſo leben Sie wohl! Wir wollen ſtark ſein, Primitiva, wir wollen einander würdig bleiben! Wir gehören uns für alle Ewigkeit, hienieden aber, für die Zeit, ſind wir geſchieden!“
„Geſchieden!“ klagte Primitiva mit ſchmerzlichem Tone.„d das iſt bitter! Ich habe nie geahnt und nie gefühlt, wie tief dieſe Empfindung in mir wurzelt. Meine ganze Stärke iſt dahin, wenn ich Sie aus mei⸗ nem Herzen reißen ſoll.“
„Das ſollen Sie auch nicht! Was wir einander ſind, iſt das Geheimniß unſeres Lebens und ſein Kleinod, und damit es Beides bleiben kann, wollen wir einander das Wort geben, uns nie mehr zu begegnen.“
„Nie mehr?“
„Wozu, Primitiva? Wir beſitzen einander in hö⸗ herem Sinne und müſſen uns trennen. So ſoll, was ſein muß, auch raſch und feſt gethan werden, um nicht in unſerm Vorſatz erſchüttert zu werden. Wir wollen uns nie wiederſehen.“
Primitiva drückte ihr Tuch vor die weinenden
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