Teil eines Werkes 
3. Band (1869)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

178

Was iſt Glück? erwiderte Führer mit ſchwerem Seufzer.Wo wird es gefunden? Im Leben geſtaltet ſich Alles anders, als Hoffnung und Wunſch es gedacht und geträumt, und wenn der Frühling noch ſo reich an Blüten iſt, Froſt und Reif und das Ungeziefer ſorgen dafür, daß von denſelben nur wenige Stand halten und noch wenigere zu Früchten werden.

Sie ſind nicht glücklich, Friedrich! ſagte Primi⸗ tiva, indem ſie ihn nachdenklich betrachtete.Auch ich habe davon gehört. Sie haben in Ihrem Hauſe das nicht gefunden, was Sie erwarteten.

Es iſt leider wahr, entgegnete Friedrich gepreßt. Ich habe bei meiner Frau jene Uebereinſtimmung nicht gefunden, die ich von ihr hoffen durfte. Doch gebe ich die Hoffnung noch nicht verloren. Ulrike iſt jung, ſie war neu in den ihr fremden Verhältniſſen. Der Reiz der Vergnügungen hat ſie verleitet, und vielleicht trage auch ich einen Theil der Schuld und nicht den gering⸗ ſten. Vielleicht war ich zu ſehr von Geſchäften über⸗ häuft, vielleicht habe ich mich meinem Hauſe und ihr zu ſehr entzogen.

Das iſt edel, das iſt Ihrer würdig, mein Freund, entgegnete Primitiva warm,und daran erkenne ich Sie. Ja, Sie haben Recht, geben Sie die Hoffnung nicht verloren! Sie werden noch glücklich ſein in dieſer

ͤſſſͤͤͤͤ